[inspic=101,,,0]

“Nacido para jugar Futbol”
“In den feierlichen Ernst der weißen Stadien brachte Friedenreich die frech-vergnügte Unbotmäßigkeit der kaffeebraunen Jungen, die ihren Spaß dabei haben, in der Vorstadt einen Ball aus Lumpen zu treten”, schrieb der uruguayische Dichter Eduardo Galeano über den im Viertel Luz (Licht) in São Paulo geborenen Friedenreich. Sein Stammklub war der Sport Club Germania, ein Verein für deutschstämmige Spieler. Das Volk verehrte ihren “Pe de Ouro”Friedenreich, den “Goldfuß”, seine Mitspieler trugen ihn auf den Schultern durch die Straßen São Paulos. Das Bild trog, der dunkelhäutige Friedenreich musste mit dem Rassismus leben. Fußball war Anfang des 20. Jahrhunderts der reichen weißen Oberschicht vorbehalten.

Zwar durfte der dunkelhäutige Friedenreich aufgrund seiner deutschen Abstammung anfangs in der Seleção mitwirken, doch Fouls an ihm wurden nicht gepfiffen. Damit seine Gegenspieler ihn nicht erwischten, täuschte der Stürmer stets eine Bewegung an, um dann genau in die andere Richtung zu ziehen. Die Körpertäuschung war geboren.

Zitat

»Alles begann damit, dass Friedenreichs Vater Oscar ihn hat Fußball spielen lassen. Damit hat sich die Geschichte des Fußball verändert. Friedenreich war das erste große Genie auf den Plätzen dieser Welt.«
Alexandre da Costa, Biograf von Friedenreich

Rassismus:

Nur wegen seiner deutschen Wurzeln durfte er als erster Schwarzer für Brasilien spielen. Dafür mußte er sein krauses Haar mit Pomade und Haarnetz glättenund sein Gesicht mit Reismehl beschmieren. Vor fremdenfeindlicher Ausgrenzung hat ihn das aber genauso wenig bewahrt wie seine vielen Tore und die sieben Meistertitel.

Zu Friedenreichs Zeit werden in Brasilien Fouls an Farbigen nicht geahndet und Artur wird regelmäßig für sein elegantes Spiel bestraft und brutal zusammen getreten. Umso wichtiger ist es für ihn, immer schneller und trickreicher als seine Gegner zu werden.

So erfindet er den angeschnittenen “Effet-Ball”, dessen Flugkurve zu seiner Zeit die Mitspieler verblüffte und heutzutage zum Standardrepertoire eines jeden einigermaßen begabten Fußballers gehört. Aber auch die körperliche Fitness und Geschmeidigkeit schult er regelmäßig – zum Leidwesen seiner Gegner, die er durch seine Körpertäuschungen immer wieder ins Leere laufen lässt.
“Nacido para jugar Futbol”

Artículos relacionados: